Gesamtwerke      Schubladen      Lieder

Meine Musik

Musik soll ja angeblich ein Spiegel der Seele sein. Klingt nachvollziehbar - wer hört sich schon freiwillig an, was einem nicht gefällt. Mag also sein, dass die bevorzugte Musik tatsächlich etwas über den Charakter eines Menschen aussagt...
Hier möchte ich also das Wort ergreifen, und einige meiner persönlichen Favoriten vorstellen:

Zunächst ein paar grundsätzlich gerne gehörte Musiker...

Mike Oldfield gebührt die Ehre, als erster genannt zu werden, hat er mich doch all die bisherigen Jahre nicht verlassen. Mit Tubular Bells machte er sich Anfang der 70er einen Namen und setzte Akzente in der Rockmusik. Seither hat er über 20 Alben auf den Markt gebracht, jedes irgendwie anders, aber doch unverkennbar Mike Oldfield.
Die Musik ist experimentierfreudig, erzählerisch, fantasievoll und melodiös - wenn man mal von seiner Synthipop-Phase absieht, die in seinem grottenschlechten Album Earth Moving einen schmerzhaften Höhepunkt erreichte. Aber Schwamm drüber! Ob nun Gitarren oder Synthesizer - der oft als "Klangalchimist" bezeichnete Mike Oldfield ist vor allem bekannt dafür, dass er beinahe alle Instrumente selbst spielt.
Mein Album-Tipp: Platinum (1979)
Mein Lieblingslied: Platinum, Part 3 (Charleston) aus dem Album Platinum (1979)

Andreas Vollenweider steht bei mir ein wenig zwischen früher und heute. Seinerzeit einer meiner absoluten Favoriten zum Entspannen, Träumen und Kräfte Sammeln, macht er sich in meinem heutigen Alltag ein wenig rar. Aber durch meine Rollenspielleidenschaft gerät diese Musik, die gern in die Nähe der Meditationsmusik gepackt wird, nicht in Vergessenheit. Kein Wunder: nie war Harfenmusik so angenehm.
Mein Album-Tipp: White winds (1984)
Mein Lieblingslied: Book of roses aus dem gleichnamigen Album (1991)

Kitaro macht fantasievolle elektronische Musik, die mir über das Rollenspiel bekannt wurde und hier oft als Hintergrundmusik herhalten muss. Für Rollenspieler ein unbedingtes Muss, sie eignet sich aber auch im Alltag prima zum Abschalten und zur Ruhe kommen.
Die Werke von Kitaro sind sich selbst recht ähnlich, manche neigen auch zur Eintönigkeit, so dass das Gesamtwerk schon mal Längen hat.
Mein Album-Tipp: Kojiki (1990)
Mein Lieblingslied: Dream of chant aus dem Album Dream (1992)

Gandalf erfüllt einen ähnlichen Zweck wie Kitaro, ist aber in seiner Musik noch virtuoser, abwechslungsreicher und weniger fernöstlich. Gandalf komponiert seine Musik wie Mike Oldfield selbst und spielt ebenso auch fast alle Instrumente höchst persönlich. Wirklich ein schönes Stück Musik...
Mein Album-Tipp: Magic Theater (1983)
Mein Lieblingslied: The Keeper of the Old Forest aus dem Album Fantasia (1987)

Torfrock muss ich hin und wieder hören, wenn mich die Sehnsucht nach der Heimat packt. Als gebürtiger (Nord-)Niedersachse und temporärer Schleswig-Holsteiner kommt man einfach nicht drumherum, und schließlich kann man nicht deutlicher erfahren, was der Norddeutsche unter Bauernschläue und niveauvoll-flachen norddeutschen Humor versteht. Logisch, dass einiges davon Plattdeutsch ist!
Zu Urzeiten wirkte die Musik noch sehr amateurhaft, doch mittlerweile - genaugenommen seit dem ersten Werner-Film - haben sich die Torfrocker auf eine wahrlich professionelle Schiene begeben, die dem kultigen Humor allerdings keinen Abbruch tut. Mein Album-Tipp: Goiler Tonträger (1994)
Mein Lieblingslied: Stech den Torf Du Torfstechermeister... aus dem Album Alle an die Ruder (1990)

Alanis Morissette ist klasse! Und damit meine ich nicht nur, dass sie toll aussieht und auf eine erfrischende Art cool drauf ist, sondern auch die tief lyrischen Texte und die ansprechende Musik. Endlich mal etwas normale Musik, mag sich manch einer jetzt denken. Klar, sowas höre ich auch!
Gut, man sollte vielleicht nicht zu weit in Alanis' Vergangenheit wühlen und ihre alten CD's (die in Europa glücklicherweise nicht veröffentlicht wurden) aus ihrer "Schlagerphase" außen vor lassen. Aber ihre bekannten Alben sind große Klasse - voller Energie, Poesie und eben einfach voll Alanis.
Mein Album-Tipp: Supposed Former Infatuation Junkie (1998)
Mein Lieblingslied: Uninvited aus dem Soundtrack zu City of Angels (1998)

Poems for Laila habe ich in der Abi-Zeit kennen- und liebengelernt. Musik, die Schönheit mit Aussagekraft verbindet, zum Mitsingen ermuntert und Geschichten erzählt, wie sie jedem mal passieren können. Ich muss allerdings klar feststellen, das die Musik von Album zu Album nachgelassen hat. Seit I shot the moon kann ich dem denn auch nicht mehr wirklich viel abgeiwnnen. Das erste Album allerdings berührt mich jedes mal wieder auf's Neue.
Mein Album-Tipp: Another poem for the 20th century (1989)
Mein Lieblingslied: In my frame aus dem Album Another poem for ... (1989)

Dead can dance fällt wieder in die Sparte Rollenspielermusik. Zumindest ist sie dafür bestens geeignet. Die düstere, getragene, meist tief melancholisch-depressive Musik ist bestimmt nichts für labile Gemüter, aber die Vielfalt und der Abwechslungsreichtum der Lieder und die Einflüsse mittelalterlicher oder fremdländlischer Kulturen stellen für mich immer wieder einen besonderen Leckerbissen dar.
Mein Album-Tipp: AION (1992)
Mein Lieblingslied: Rakim aus dem Album Toward the within (1994)

Chris de Burgh dürfte ebenfalls seine Spuren hinterlassen haben, auch wenn mir seine Musik seit Ende der 80er nicht mehr zusagt. Flying Colours war zumindest das definitiv letzte Album, das in meinem Regal gelandet ist.
In seinen jungen Jahren war Chris de Burgh Liedermacher in einer kompromisslosen, leidenschaftlichen und aufrichtigen Art, die zum Mitsingen und Nachdenken anregt. Heute sind seine Texte und seine Musik leider sehr gewöhnlich geworden, die alten Stücke aber sind haften geblieben.
Mein Album-Tipp: The Getaway (1982)
Mein Lieblingslied: die Trilogie Revolution/Light a fire/Liberty aus The Getaway (1982)

Jean-Michel Jarre ist auch so ein Relikt aus alten Tagen: Es gab eine Zeit, da war die Syntheziser-Mucke von Jean-Michel Jarre für mich unerlässlich, wenn es galt, depressive Phasen zu durchwandern. Viel mehr als die ersten drei Alben allerdings hab ich nicht kennengelernt, die aber höre ich auch heute noch mit einem Hauch von Wehmut.
Mein Album-Tipp: Oxygéne (1976)
Mein Lieblingslied: Equinoxe VII aus Equinoxe (1978)

Neben speziellen Interpreten, gibt es ja immer mal Musik-Kategorien, die dazu angetan sind, Aufmerksamkeit zu erregen. Bei mir sind dies im Speziellen:

Rollenspieler-Musik nimmt einen großen Stellenwert ein. Was ist Rollenspiel-Musik? Im Grunde alles, was sich eignet, um zur Untermalung von Sequenzen im Tischrollenspiel benutzt zu werden. Ihre Verwendung dient im allgemeinen dazu, Atmosphäre zu erzeugen und bestimmte Stimmungen zu transportieren (mehr dazu unter "Das Schwarze Auge").
Die Stimmungen können ganz unterschiedlicher Natur sein: Mystik, Gefahr, Frohsinn oder Trauer. Wichtig ist dabei nur, dass die gewollten Emotionen nicht durch unpassende Textpassagen zerstört werden. Deshalb wird hier meist auf Gesang verzichtet, und wenn nicht, so greift man zumindest gern auf exotische Sprachen zurück.
Zu dieser Katagorie zählen u.a. die bereits erwähnten Kitaro, Vollenweider, Gandalf oder Dead can Dance, aber insbesondere auch Soundtracks, klassische Stücke. Weitere "taugliche" Interpreten sind z.B.: Clannad, enya, Garmarna, Gong oder Loreena McKennitt.

Die 80er Jahre waren gekennzeichnet von Popmusik mit leichten, tanzbaren Rhythmen. Gutelaunemusik, zumeist ohne großen Tiefgang, bestehend aus Gesang, E-Gitarre, Schlagzeug und Keyboard, manchmal etwas elektronisch verfremdet. Die Komstüme wurden bestimmt von schillerndem und glitzernden Tand, sie waren bunt, auffallend, provokativ und Hauptsache schrill. Und die gängige Frisur war der Vokuhila.
Irgendwie ist das meine Musik geblieben, was vielleicht nicht so verwunderlich ist, wenn man bedankt, dass dies die Zeit war, in der ich begann, Musik zu hören. Das prägt natürlich. Klar also, dass ich heute richtig auflebe, wenn ich Musik höre wie: Big in Japan (Alphaville), Doctor, doctor (Thompson Twins), Mad world (Tears for fears), Tainted love (Soft cell), Fade to grey (Visage), Come on Eileen (Dexies midnight runners), This is not a love song (P.I.L), My soul unwraps tonight (Savage Progress) oder den Trommeltanz (Georg Kranz).

Neue Deutsche Welle ist ja quasi ein Teilgebiet der 80er Jahre. Die Hoch-Zeit der NDW war Anfang der 80er, auf Partys jedoch kommt eine NDW-Phase immer gut. Die Musik war gekennzeichnet durch dichterischen Minimalismus, skurile Ton-Dreingaben zu meist eingängigen Melodien, subtilen Witz gepaart mit teilweise unterschwelligem Protest und vor allem durch den Mut, deutsche Texte zu singen.
Die Komplexität sowohl der Texte als auch der Musik variierte stark, doch irgendwie hat mich genau das fasziniert, dass man auch mit banalsten Songs noch Erfolg haben und Menschen erreichen kann. Banal ist eben nicht gleich niveaulos! Meine absoluten Favoriten jener Zeit waren: Puppen weinen nicht (Combo Colossale), Major Tom (Peter Schilling), Hohe Berge (Frl. Menke), Codo (DÖF), Der Kommisar (Falco), Herbergsvater (Joachim Witt), Die Sennerin vom Königssee (Kiz), Da da da (Trio) und Eiszeit (Ideal)

Irish folk hat mich einfach irgendwie berührt und mir eine gewisse Vorliebe für die grüne Insel mitgegeben, schon eine geraume Zeit, bevor ich das erste mal dort war. Irland hat mich nicht enttäuscht; Trotzdem aber hat meine Leidenschaft für den Irish Folk ein wenig nachgelassen.
Geprägt ist die Musik von Sehnsucht wie auch von Stolz und irgendwie auch von der Liebe zum Leben. Es sind die Tin whistle, die Uillean Pipes und die Bodhran, die den Irish Folk so unverwechselbar machen. Obwohl z.B. die Pogues gezeigt haben, dass es auch eine Spur härter geht... Hörenswert finde ich insbesondere neben den Pogues (Young Ned of the hill, Dirty old town u.v.m.) z.B. auch: The Fureys (The lonesome boatman, Red rose cafe,...), Davy Spillane (Atlantic bridge, Walker of the snow,...), The Dubliners (Blantyre explosion, The wild rover,...) oder Fiddler's green (Lannigan's Ball, The beggarman, ...)

Kuhmühlen-Mucke ist ein Sammelbegriff für allerlei kultige, tanzbare Musik, die "damals" in einem Tanzschuppen namens Dream machine im unbekannten Kaff Kuhmühlen aufgelegt wurde. Kuhmühlen war mehr als nur eine "Disse", das war ein Muss, das war Kult, das war ein Lebensgefühl, das es eben nur da gab. Nicht-Eingeweihte werden das wohl nie verstehen können...
Die Musik war Rock, war Gitarre und Rhythmus, war Aussagekraft, war vor allem lang und ließ sich gut mit süßlichen Düften in der Luft in Einklang bringen. Klassische "'mühlen-Songs" waren z.B.: Gamma Ray (Birthcontrol), Am Fenster (City), Whole lotta love (Led Zeppelin), The only one I know (charlatans) oder Radar love (Golden Earring)

Riepe-Mucke ist so was ähnliches, nur eben die Mucke aus dem "Padam" (in Riepe eben). Ob die Mucke immer noch die gleiche ist, wie damals (Anfang der 90'er), kann ich nicht sagen. Für mich aber ist "Riepe-Musik" eine Klasse für sich.
In Riepe war die Musik runder, ein bisschen poppiger, das Licht war heller, die Luft sauberer und die Gäste ein klein wenig jünger als in Kuhmühlen. Klassische "Riepe-Songs" waren z.B.: The great song if indifference (Bod Geldof), Mind fresher (Diethelm und Famulari), Fire still burns (und ich weiß bis heute noch nicht, wie die Gruppe heißt) oder Freiheit (Marius Müller Westernhagen)

Und dann waren da noch...
...diese gewissen Lieder, die mit irgendwelchen Erinnerungen verbunden sind:


Sunshine-Reggae von Laid Back zum Beispiel erinnert mich an einen Tag aus der Schulzeit (Hallo Suse!)
Über Nacht von Element of crime hingegen hat es mir wegen seiner Aussage angetan. Erinnert mich irgendwie an mich selbst.
Losing my religion von REM verbinde ich mit einer Rückfahrt von Kuhmühlen und damit irgendwie mit Babette (lieben Gruß!)
Am Fenster von City ist auch ein typisches Kuhmühlen-Juwel gewesen. Auf jeden Fall auch ein Suse-Lied...
This is how it feels von den Inspiral carpets ruft Erinnerungen an einen ziemlich frustigen Tag einst in München wach aber auch an einen aufbaueneden Sonnenschein namens Babette.
Kein zurück von Wolfsheim ist weniger eine Erinnerung an die Vergangenheit als vielmehr an die Träume, die man sich immer noch erfüllt hat. Ein Text über den man gelegentlich mal nachdenken sollte...